Die Schuldenkrise um den Euro brodelt jetzt schon seit einer ganzen Zeit vor sich hin. Die finanziell schwächelnden Mitgliedsländer Griechenland, Italien oder Spanien haben die Situation nicht besser gemacht und die nun drohende Herabstufung der Kreditwürdigkeit anderer, stabiler Euroländer verspricht nur weitere Probleme am Horizont. Der Euro Gipfel in Brüssel, zu dem sich im Dezember die Regierungschefs der Mitgliedsstaaten zusammen getroffen haben, soll ein wenig Licht in das Durcheinander bringen. Doch auch mit heftigen Diskussionen ist zu rechnen. Wie bereits Jürg Zeltner, der als CEO beim UBS Wealth Management tätig ist, am Anfang dieses Jahres gesagt hatte, man wird im Jahr 2011 damit rechnen müssen, dass Regierungen und Notenbanken Entscheidungen treffen, die zu Handels- und Währungskonflikten führen würden. Genau dies ist im Laufe dieses Jahres tatsächlich eingetroffen.

Im Großen und Ganzen stehen die zwei bedeutsamsten Volkswirtschaften in der Europäischen Union, Deutschland und Frankreich, auf der gleichen Seite, wenn es um Pläne und Vorstellungen geht. Dagegen sträuben tut sich, wie eh und je, Großbritannien. Die Insel möchte einfach nicht zum Kontinent gehören und gerade jetzt während der Eurokrise wird dies noch einmal mehr deutlich gemacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy sind sich jedoch in den meisten Punkten einig.

Hierzu gehört unter anderem eine stärkere Kontrolle der nationalen Haushaltspläne. Hierzu wurden bereits Vorschläge der EU Kommission gemacht. Diese möchte eine stärkere Beteiligung an der Aufstellung der nationalen Haushalte haben. Die Kommission hätte somit das Recht darauf, Änderungen in Haushaltsentwürfen zu verlangen, wenn das Budget nicht dem Stabilitätspakt entspricht. Auch die Zusammenarbeit der Wirtschaftspolitik in den einzelnen Mitgliedsländern soll weiter verstärkt werden, wobei jedoch speziell darauf geachtet werden soll, dass der Binnenmarkt der einzelnen Staaten dabei nicht untergraben wird.

Hinzukommen schärfere Sanktionsverfahren, eine grundlegende Ablehnung von Eurobonds und die Einigung über einen einheitlichen Vertrag zwischen den Euroländern, wogegen sich jedoch beispielsweise Großbritannien wieder von vornherein stellen will. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen um die Zukunft des Euros wird sich zeigen, ob Großbritannien weiter an seinem Gegenkurs festhalten wird, oder einlenkt. Experten sagen, bei einem Alleingang würde sich das Vereinigte Königreich sehr viel mehr selbst schaden, als wenn es sich dem Kontinent anschließt.

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