Die Rohstoffmärkte sind ebenfalls von der anhaltenden Krise in Europa betroffen. Die Preise für Industriemetalle sind abgestürzt, Anleger verkaufen wie wild ihre Anteile und vieles erinnert an die Situation vor drei Jahren, im Krisenjahr 2008. Bisher war der Rohstoffmarkt den ganzen Sommer hinweg noch von der Krise verschont geblieben und hatte sich relativ stabil gehalten. Dies scheint jetzt jedoch auch vorbei zu sein. Die Anleger halten sich an das Motto „Cash is king“ und werden lieber das los, was ihnen auf der Tasche liegt. Dabei ist es wirklich nicht einfach, in so schwierigen Zeiten eine geeignete Anlage zu finden, so wie Juerg Zeltner, CEO beim UBS Wealth Management, betont: „Nie war die Komplexität der internationalen Finanzmärkte höher als heute, und sie nimmt ständig zu. Diese Entwicklung bietet Anlegern und Investoren zahlreiche Chancen. Andererseits braucht man Erfahrung, Wissen und die Ressourcen, um schnell und zielsicher die richtigen Entscheidungen treffen zu können, wenn man das Anlagerisiko minimieren will.“
Das schlimmste scheint an den Rohstoffmärkten jedoch bereits wieder überstanden zu sein. Es sind Länder wie China, aber auch andere Schwellenländer, auf deren starker Nachfrage die Hoffnungen der Anleger ruhen. Ebenso war es nämlich bei der Krise vor drei Jahren passiert. Auch damals waren die Preise von Öl und anderen Rohstoffen plötzlich in den Keller gesunken und konnten in dem Fall von der starken Nachfrage Chinas wieder gerettet werden. Das wurde 2008 von der starken Konjunktur Chinas ermöglicht und brachte viele Rohstoffpreise wieder in einen guten Bereich, so wie beispielswiese den Preis für Kupfer. Dieser verdoppelte sich daraufhin im Jahr 2009.
Und ebenso hofft man jetzt auf eine schnelle Reaktion Chinas. Das Land ist immerhin ein großer Importeur von Industriemetallen, es macht 40 Prozent der globalen Metallnachfrage aus. Auch diesmal ist wieder Kupfer im Spiel. Der Preis sank erst kürzlich unter die 8000 Dollar Marke pro Tonne und nun setzen die Analysten alles auf die Hoffnung, dass China diese günstige Gelegenheit nutzt, um Kupfer in großem Stil zu kaufen. Das würde durch die erhöhte Nachfrage auch den Preis wieder in die Höhe treiben.