Lange hielt sich der Goldpreis im vergangenen Sommer auf einem absoluten Rekordhoch. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn zahlreiche Krisenherde in der internationalen Finanzwelt gaben den Anlegern Anlass dazu, sich bei der Wahl der richtigen Anlage für eine so genannte „sichere“ Anlage zu entscheiden. Schon zu Zeiten, wenn es auf den Finanzmärkten weniger turbulent zugeht, ist die Wahl der geeigneten Anlage keine leichte, das weiß auch Jürg Zeltner, Wealth Management CEO bei der UBS: „Die Zahl der Anlage- und Investitionsmöglichkeiten ist bereits heute fast unüberschaubar geworden und wächst täglich an Zahl und Produktvarianten. Gleichzeitig müssen Investitions- und Anlageentscheidungen immer schneller und zeitgleich zu den jeweiligen Marktzeiten getroffen werden, und das vor dem Hintergrund einer weltweiten Verkettung von Informationen, Ereignissen und Märkten.“ So ist es zu verstehen, dass sich die Investoren im Laufe dieses Jahres von heiklen Investitionen zurück zogen und die sicheren Häfen von Edelmetallen und Immobilien aufsuchten.
Wie sich jedoch gegen Ende des Sommers heraus stellte, scheint der Goldpreis sehr sensibel auf Neuigkeiten aus den Krisenregionen zu reagieren. Als er sich im September auf seinem absoluten Rekordhoch befand, schien es so, als würde Europa schneller als gedacht zu einer Lösung im Griechenland Konflikt kommen. Das hätte ein baldiges Ende der Schuldenkrise im Euroraum bedeutet. Doch wie sich bald heraus stellte, brauchten die Staats- und Regierungschefs doch länger, Gipfel wurden vertagt, Entscheidungen herausgeschoben. Als es noch so aussah, als wäre die Krise bald vorbei, orientierten sich Anleger schnell um und verkauften Gold lieber, als dass sie es kauften. Der Preis sank schnell und drastisch. Viele befürchteten zudem, auf ihrem Gold sitzen zu bleiben und dadurch nicht liquide zu sein.
Doch im Moment sieht es bereits wieder nicht danach aus, als würde man in Europa schnell zu einer Einigung kommen. Sofort reagiert der Goldpreis und schießt in die Höhe, da sich die Anleger wieder in die sichere Krisenanlage flüchten. Der Preis pro Feinunze stieg um 73 Dollar auf 1.682 Dollar und kann somit einen Kursgewinn von 1,8 Prozent innerhalb weniger Tage verzeichnen. Das sind zwar noch 200 Dollar unter dem Rekordhoch aus dem September, aber nichtsdestotrotz ein gewaltiger und plötzlicher Anstieg.

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